Dörenther Klippen im Teutoburger Wald
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Dörenther Klippen: Naturschauspiel im Teutoburger Wald

Die Dörenther Klippen im Münsterland sind für uns zweifelsfrei einer der schönsten Orte im Teutoburger Wald. Schon lange wollten wir die imposanten Felsformationen bei Ibbenbüren und Tecklenburg besuchen. Am Freitag vor Pfingsten war es endlich soweit: Auf dem herrlichen Premiumwanderweg „Teutoschleifen: Dörenther Klippen“ erwanderten wir uns die sehenswerte Felslandschaft. Freut euch auf waldreiche Wege, schöne Weitblicke und verwunschene Sandscheinfelsen.

Dörenther Klippen: Start am Wanderparkplatz „Im Bocketal“

Bei perfektem Wanderwetter mit angenehmen Temperaturen und Sonne-Wolken-Mix starten wir die 9,4 Kilometer lange Teutoschleife am Wanderparkplatz „Im Bocketal“ in Tecklenburg-Brochterbeck. Alternativ parkt ihr auf dem Wanderparkplatz „Dörenther Klippen“ an der B219 südlich der Sommerrodelbahn Ibbenbüren. Wir haben uns jedoch bewusst für das „Bocketal“ entschieden. Zum einen, weil uns das unser Wanderbuch „Teutoburger Wald. Wanderungen für die Seele“ empfiehlt, und zum anderen weil wir so die Dörenther Klippen erst auf ca. der Hälfte unseres Weges treffen statt gleich am Anfang. So bleibt uns die Vorfreude auf die Sandsteinfelsen noch etwas länger erhalten.

An unserem gewählten Wanderparkplatz halten wir uns rechts und folgen dem ebenen Weg durch den Wald. Auf unserer rechten Seite verlaufen einige Felder und Wiesen, während uns auf der rechten Seite diverse Trimm-Dich-Pfad-Geräte zu sportlichen Betätigungen animieren. Angesichts der vor uns liegenden über 9 Kilometer und 400 Höhenmeter wollen wir uns jedoch nicht gleich verausgaben und folgen lieber dem breiten Waldweg. Nur Emmy lässt es sich nicht nehmen, auf dem Balancier-Balken ein paar Spring-Übungen vorzunehmen ;-).

Felder und Wiesen an der Teutofschleife Dörenther Klippen

Langsam bergauf durch den Wald

Die ersten Meter sind geschafft, als der Weg uns links höher in den Wald hineinführt. Emmy findet schon den ersten kleinen Felsen zum Draufhüpfen und wir entdecken einen ersten Sandsteinfels, der hoch in den Himmel ragt.

Emmy hüpft auf einen Felsen
Ein erster Sandstein bei den Dörenther Klippen

Langsam wird der Weg steiler und ist immer wieder von kleinen Steinen durchsetzt. Die Wegbeschaffenheit erinnert uns ein wenig an die Velmerstot-Route, wo wir uns ebenfalls an dem Waldweg über Stock und Stein erfreut hatten. Andere Wanderfreunde haben kleine Steintürmchen am Wegesrand der „Teutoschleife: Dörenther Klippen“ gebaut und sorgen so für kleine Kunst am Wegesrand.

Wir folgen dem Weg weiterhin mit seiner weißen Wegmarkierung und blauem „Teutoschleifen“-Schriftzug. Bald darauf haben wir den Anstieg geschafft und befinden uns nun auf einem bekannten Fernwanderweg: Wie so oft im Teutoburger Wald begegnen wir auch hier dem Hermannsweg. Auf dem Kamm des Teutos angekommen, stehen wir allerdings kurz im Schilderwald. So viele Schilder sind mit dem Teutoschleifen-Wanderweg markiert, doch in welche Richtung müssen wir denn nun, um unseren Rundweg fortzuführen? Ein kurzer Blick auf die GPS-Karte hilft: Wir sind den steilen Weg auf den Kamm hochgekommen, stehen vor dem Wetterpilz und wenden uns dann nach rechts.

Teilstück des Hermannswegs

Da wir den Kammweg erreicht haben, geht es nun erst einmal flach und eben über den Hermannsweg. Links und rechts des Weges begleiten uns schattige Bäume, wir kommen an einem Ehrenfriedhof vorbei und schließlich schweift unser Blick über ein offenes Feld mit Weitsicht Richtung Ibbenbüren. Mit etwas Glück ist hier auch die schöne Panoramabank frei, die sich für eine kurze Rast anbietet. Einzig das Kraftwerk trübt unseren Blick über die Landschaft.

Weitblick über die Landschaft

Es geht weiter geradeaus, bis wir uns schließlich bei einem kleinen Parkplatz links halten und einen dichten Wald betreten. Lasst euch auf dem Weg hierhin nicht verwirren: Bereits vorher zweigen Wege nach links ab und sind mit dem Teutoschleifen-Wegweiser ausgezeichnet. Hierbei handelt es sich um eine Abkürzung. Wer den GPS-Daten folgt, erreicht allerdings den erwähnten Parkplatz und nimmt dann links den Waldpfad, dessen Weg sich hinunter durch die dichten Bäume schlängelt.

Waldpfad durch dichte Bäume

Die Dörenther Klippen sind nicht mehr weit

Als wir nach dem Abstieg eine Weggabelung erreichen, spüren wir schon, dass die Dörenther Klippen nicht mehr weit sind. Während es rechts zum Schwäbischen Gasthof geht, halten wir uns links und folgen den bereits sichtbaren Felswänden berghoch. Emmy freut sich, über die dicken Wurzeln und Steine hüpfen zu können, bis wir die weitläufige Felslandschaft der Dörenther Klippen schließlich erreichen.

Über Stock und Stein zu den Dörenther Klippen
Die Dörenther Klippen
Emmy posiert auf den Dörenther Klippen

Überall schlängeln sich kleine Pfade durch die Felsen und auch die Klippen selbst lassen sich mit etwas körperlicher Betätigung erklimmen. Wir erkunden in Ruhe die eindrucksvollen Felsformationen, schauen hinter versteckten Ecken und lassen die Blicke über die Klippen schweifen. Wer einen übermütigen Hund von euch hat, sollte vielleicht etwas aufpassen, dass dieser nicht allzu mutig über die Klippenfelsen springt ;-).

Emmy auf einem Felsen
Imposane Felslandschaft an den Dörenther Klippen

Haltet die Augen auch unbedingt nach einer besonders markanten Felsformation offen: dem sogenannten „Hockendem Weib“. Das Hockende Weib geht auf eine alte Sage zurück. Demnach soll eine Frau zu Stein erstarrt sein, um ihre Kinder vor einer Flut zu retten: Aufgrund der nahenden Flut hockte sie sich hin und nahm ihre Kinder auf den Rücken. Sie erstarrte zu einem Felsblock, der aus der Flut herausragte und ihre Kinder vor dem Wasser schützte.

Emmy vor dem Hockenden Weib
Emmy vor dem im Hintergrund zu sehenden „Hockenden Weib“

Eine Almhütte mitten im Münsterland

Nachdem wir die Dörenther Klippen ausgiebig erkundet haben, ist es Zeit für eine Rast. Wir lassen es uns nicht nehmen und machen Halt bei der urigen Almhütte, die sich nahe der Klippen befindet. Hier versorgt der freundliche Almherr seine Gäste mit Getränken und Eis. Der dazugehörende, schöne Biergarten kann aufgrund Corona leider nicht genutzt werden. Auch die Aussichtsplattform, die mit herrlichen Blicken locken soll, bleibt uns verwehrt. Doch Getränke und Eis lassen sich auch auf einer kleinen Mauer vor der Almhütte genießen.

Almhütte an den Dörenther Klippen

Nach der wohlverdienten Pause folgen wir weiter der Teutoschleife: Hinab durch den Wald treffen wir schließlich auf Wiesen, folgen dem Weg an Feldern vorbei und freuen uns über einen kleinen Teich, wo Emmy den quakenden Fröschen kurz Gesellschaft leistet und sich eine kleine Abkühlung gönnt. Alsbald passieren wir wieder Waldwege, wo wir Kletterer an einem Felsen beobachten und landen dank der guten Beschilderung wieder an dem uns schon bekannten Wetterpilz.

Wegbeschilderung der Teutoschleife Dörenther Klippen
Ein kleiner Teich zur Abkühlung
An Wiesen und Feldern vorbei

Dreikaiserstuhl: ein weiteres Fels-Highlight

Beim Wetterpilz nehmen wir aber nicht den schon bekannten Weg vom Hinweg, sondern folgen rechts der Markierung und befinden uns ein kurzes Stück wieder auf dem Hermannsweg. Ein kleiner Pfad führt links in den Wald hinein und wir verlassen den breiteren Hauptweg. Hier warten noch einmal wahre Fels-Highlights auf uns: Sowohl der Kaiserstuhl als auch der Königstein mit dem Bocketalblick sind imposante Felsmassive, die es zu bestaunen gilt.

Wir lassen die Felsen nun endgültig hinter uns und folgen nun wieder dem Hermannsweg. Bergab geht es durch idyllische Streuobstwiesen und wir genießen die Aussicht auf das süße Örtchen Brochterbeck.

Zum Ende der Teutoschleife überqueren wir noch Bahnschienen und kommen zum Abschluss noch einmal kurz in den Wald, wo die Eisenquelle auf uns wartet. Trotz Emmys Wunsch nach einer finalen Abkühlung müssen wir ihr diesen allerdings abschlagen. Das Wasser ist so rötlich und schlammig, dass wir uns den anschließenden Dreckspatz ersparen möchten. Das mitgenommene Wasser nimmt Emmy aber auch dankend an. Kurz nach der Quelle erreichen wir nach ca. 4 Stunden schließlich wieder unseren Ausgangspunkt – den Wanderparkplatz „Im Bocketal“.

Dörenther Klippen: Fazit

Eine bis zu 159 Meter hohe und 4 Kilometer lange Sandstein-Felsformation sind wir im Teutoburger Wald bisher noch nicht begegnet. Umso außergewöhnlicher präsentieren sich uns die Dörenther Klippen, die wir -verbunden mit dem Teutoschleifen-Weg – uneingeschränkt weiterempfehlen können. Nicht nur die imposanten Klippen selbst – auch die lauschigen Waldwege, Wiesen und Felder machen diesen Wanderweg zu einer „Muss-man-gemacht-haben-Wanderung“ in der Region Teutoburger Wald. Für Hunde ist die naturbelassene Teutoschleife natürlich auch optimal und wer als Hund bisher noch nicht in den Bergen war, bekommt hier zumindest einen kleinen Eindruck. Denkt allerdings daran, genügend Wasser für eure Vierbeiner mitzunehmen.

Kleiner Tipp: Trotz der guten Wegbeschilderung empfehlen wir, vorher die GPS-Route offline zu speichern. Besonders an dem erwähnten Wetterpilz kann man sonst ziemlich schnell den „falschen“ Weg wählen.

Unser Gesamtfazit: Wer gerne in den Bergen unterwegs, der findet mit den Dörenther Klippen auch im Teutoburger Wald ein bisschen „alpines Flair“. Unbedingt machen!

  • Start: Wanderparkplatz „Im Bocketal“ (gegenüber des Campingplatzes) – Im Bocketal 12, 49545 Tecklenburg-Brochterbeck
  • Länge: 9,4 KM
  • Dauer: angegeben mit 3:15 Stunden, mit Pausen haben wir 4 Stunden gebraucht
  • Aufstieg: 405 Höhenmeter
  • Abstieg: 405 Höhenmeter
  • Weitere Infos bei Outdooractive
  • Tipp: Am Wochenende ist die Route stark frequentiert. Wer kann, absolviert die Tour am besten unter der Woche.
  • Buchtipp: Die Route ist auch im Wanderbuch „Teutoburger Wald. Wanderungen für die Seele“ enthalten

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